Hoppla, bin das ich?
Menschen verwechseln sich —
mit allem, was sie nicht sind.
Wir verwechseln uns.
Du und ich.
Wir halten Gedanken für Wirklichkeit.
Wir halten Gefühl für Identität.
Wir halten Geschichten für Selbst.
Wir verwechseln Weltbild mit Welt.
Wir verwechseln Erfahrung mit Identität.
Vergangenes wirkt wie Gegenwart.
Projektion wirkt wie Tatsache.
Verwechslung zieht Kreise
Innere Stimmen erscheinen wie Wahrheit.
Wir glauben, was wir denken —
und nennen es „Ich“.
Wir verwechseln uns mit Gefühlen.
Was auftaucht, drängt uns:
Trauer wird Wesen,
Angst wird Charakter,
Wut wird Identität.
Dann mit Geschichten.
Wir schnüren lose Ereignisse zu einem Narrativ,
und das Narrativ schnürt uns ein.
Dann mit Visionen.
Mit Bildern davon,
wer wir werden könnten —
wer wir werden sollten.
Dann mit dem, was wir hoffen zu sein.
Wir halten Sehnsucht für unsere Natur.
Wir jagen Idealen hinterher
und vergessen das Wesentliche.
Dann mit dem, was wir fürchten zu sein.
Schatten werden Eigenschaften.
Wunden werden Biografie.
Angst formt das Selbst
schärfer als jede Wahrheit.
Dann mit dem, was wir nie waren.
Übernommene Sätze,
fremde Erwartungen,
alte Urteile —
alles fällt zusammen
und nennt sich
„Ich“.
Nichts davon trägt unseren Namen.
Verwechslung passiert —
aber da ist niemand, der sie tut.
Man kann sich nicht mit Absicht verwechseln.