Wie aus Wünschen Levels werden
Leveln
Von Levels reden wir selten,
weil die Struktur der Erfahrung eine Hierarchie verlangt.
Sondern weil jemand spürt:
Andere haben etwas, was mir fehlt.
Oder: Ich mache das schon lange – ich habe mir mein höheres Level verdient.
Levels sind die menschliche Lösung
für Mangel und Überhöhung.
Statt Unterschiede zu sehen in
- Temperament,
- Geschichte,
- Ausdruck,
- Maskierung,
sagt man:
Die sind weiter.
Oder: Ich bin es.
Das macht Differenz erklärbar,
skalierbar,
erreichbar –
und damit möglich.
Warum „Bewusstseinsebenen“ so verführerisch sind
Weil sie versprechen,
dass Vergleichen aufhört –
oder rechtfertigen, dass es sich gelohnt hat.
Doch Vergleichen ist der Mechanismus.
Er wird nur veredelt.
Man vergleicht Tiefe,
Klarheit,
Präsenz.
Der Neid bleibt.
Die Sprache wird sauberer.
Was in anderen als höheres Level erscheint,
ist oft ein Mensch,
der sich weniger mit sich selbst verwechselt.
Was im eigenen Erleben als höheres Level erscheint,
ist die Verwechslung von Weg und Ziel.
Levels ordnen nicht Erfahrung.
Sie ordnen Vergleich.
Verwechslung von Zeit und Tiefe
Innere Erfahrung ist nicht stabil.
Das ist normal.
Was schwankt,
sucht nach Bedeutung.
Aus Schwankung entsteht die Idee eines eigentlichen Zustands.
Aus Dauer wird Tiefe.
Aus Tiefe ein Zustand.
Aus dem Zustand ein Level.
So wird Zeit ontologisiert.
Nicht erkannt wird:
Aufmerksamkeit schwankt.
Stimmung schwankt.
Belastung schwankt.
Stattdessen heißt es:
Bewusstsein schwankt.
Das ist der Fehler.